Hier kannst du dich direkt mit deinen communitas-Daten einloggen. Einen neuen, kostenlosen communitas-Account kannst du im rechten oberen Eck dieser Seite unter "Registrieren" erstellen.

anmelden

Erfahrungsbericht Madrid von Pia Zidar

Comillas ist eine Privatuniversität von Jesuiten an der das Theologiestudium wirklich interessant, von sehr guter Qualität, aber dementsprechend auch fordernd ist.
Zu bedenken ist jedoch, dass Laien in Spanien kaum Berufschancen haben mit Theologie, daher ist man als ErasmusstudentIn „außergewöhnlich“ für die Mitstudierenden, die fast ausschließlich Ordensleute bzw. Geistliche sind. Diese kommen jedoch aus aller Welt. So hat man die Chance sehr interessante Menschen aus verschiedenen Kulturen, Ländern und Spiritualitäten kennenzulernen, einen neuen Blick auf die eigene Situation und das eigene Land zu gewinnen und wiederum mit der eigenen Perspektive die anderen zu bereichern. Dieser Austausch ist sehr fruchtbar für beide Seiten.
Zusätzlich zum Studium konnte ich durch die Jesuiten einen Einblick in die ignatianische Spiritualität bekommen und mich gut in Madrid integrieren. Ich nahm an diversen Aktivitäten der Studierendenpastoral, wie Reisen oder Gesprächsgruppen teil und konnte sogar aktives Mitglied einer Studierendengemeinschaft der Jesuiten werden. Meine, in Österreich erworbenen musikalischen Fähigkeiten, waren in einigen Chören sehr gefragt. Darüber hinaus engagierte ich mich bei einem Sozialprojekt, wo wir wöchentlich Obdachlose besuchten. All diese Erfahrungen ermöglichten mir wirklich in das gemeinschaftliche Leben und die Spiritualität einzutauchen, viele neue Erfahrungen zu sammeln und durch die Verbindung von Studium und Engagement persönlich zu wachsen.
Da ich bereits sehr gut integriert war traute ich mir zu, mich bei der Pastoral von Comillas als Abschluss meines Erasmusjahrs auch für eine Sommervolontariat in Indien zu bewerben, für das ich dann auch ausgesucht wurde. So konnte ich im Sommer 2012 mit einer spanischen Gruppe ein Monat in einem südindischen Waisenheim mithelfen, wo ich von der Schlichtheit, Zufriedenheit und Solidarität der dortigen Bevölkerung faszinierte war und aus den gruppeninternen Gesprächen mit Spaniern verschiedenster Glaubenseinstellung viel für mein Theologiestudium lernte. Abschließend hatten wir kurze Exerzitien in Goa, bei denen ich in Ruhe darüber nachdenken, wie ich all das in diesem Jahr Erfahrene und Erlernte in der Heimat weiterführen und einsetzen könnte.
Mit neuer Kraft, einigen in Spanien entstandenen Ideen für die Diplomarbeit und vielen bleibenden Freundschaften, setzte ich im Oktober mein Studium in Wien fort. Bereits vergangenen Februar kehrte ich für ein Monat zurück, um für meine Diplomarbeit zum Thema Jugendpastoral und neuen Evangelisierung zu forschen.
Wenn man sich auf eine neue Welt einlässt kommt man gewandelt zurück, es sind bleibende Eindrücke, die einen immer wieder neu ermutigen, hinterfragen und beleben.